| Einstein, Albert Die Grundlage der allgemeinen Relativitaetstheorie 1916 | ||||||
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K ruhenden Maßstabe ausführen, so würde man als Quotienten
die Zahl
erhalten. Das Resultat der mit einem relativ zu
K' ruhenden Maßstabe
ausgeführten Bestimmung würde eine
Zahl sein, die größer ist als
. Man erkennt
dies leicht, wenn
man den ganzen Meßprozeß vom ,,ruhenden“ System K aus
beurteilt und berücksichtigt, daß der peripherisch angelegte
Maßstab eine
Lorentzverkürzung erleidet, der radial angelegte
Maßstab aber nicht. Es gilt daher
in bezug auf K' nicht die
Euklidische Geometrie; der oben festgelegte
Koordinaten-
begriff, welcher die Gültigkeit der Euklidischen Geometrie
voraussetzt, versagt also mit Bezug auf das System K'. Ebenso-
wenig kann man
in K' eine den physikalischen Bedürfnissen
entsprechende Zeit einführen, welche
durch relativ zu K'
ruhende, gleich beschaffene Uhren angezeigt wird. Um dies
einzusehen, denke man sich im Koordinatenursprung und an
der Peripherie des
Kreises je eine von zwei gleich beschaffenen
Uhren angeordnet und vom
,,ruhenden“ System K aus be-
trachtet. Nach einem bekannten Resultat der
speziellen Rela-
tivitätstheorie geht -- von K aus beurteilt -- die auf der
Kreisperipherie angeordnete Uhr langsamer als die im Anfangs-
punkt
angeordnete Uhr, weil erstere Uhr bewegt ist letztere
aber nicht. Ein im
gemeinsamen Koordinatenursprung be-
findlicher Beobachter, welcher auch die an
der Peripherie
befindliche Uhr mittels des Lichtes zu beobachten fähig wäre,
würde also die an der Peripherie angeordnete Uhr langsamer
gehen sehen als die
neben ihm angeordnete Uhr. Da er sich
nicht dazu entschließen wird, die
Lichtgeschwindigkeit auf
dem in Betracht kommenden Wege explizite
von der Zeit
abhängen zu lassen, wird er seine Beobachtung dahin inter-
pretieren, daß die Uhr an der Peripherie ,,wirklich“ lang-
samer gehe
als die im Ursprung angeordnete. Er wird also
nicht umhin können, die
Zeit so zu definieren, daß die Gang-
geschwindigkeit einer Uhr vom Orte
abhängt.
Wir gelangen also zu dem Ergebnis: In der allgemeinen
Relativitätstheorie
können Raum- und Zeitgrößen nicht so
definiert werden, daß räumliche
Koordinatendifferenzen un-
mittelbar mit dem Einheitsmaßstab, zeitliche mit
einer Normal-
uhr gemessen werden könnten.
Das bisherige Mittel, in das zeiträumliche Kontinuum
in bestimmter Weise
Koordinaten zu legen, versagt also, und