Der Einheitsmaßstab erscheint also mit Bezug auf das Ko-
ordinatensystem in dem gefundenen Betrage durch das Vor-
handensein des Gravitationsfeldes verkürzt, wenn er radial
angelegt
wird.

Analog erhält man seine Koordinatenlänge in tangentialer
Richtung
, indem man beispielsweise setzt

d s2 =  - 1; d x  =   d x  =   d x  =  0 ; x  =  r,  x  =  x   =  0 .                 1        3        4         1         2     3

Es ergibt sich

               2          2 - 1  =  g22 d x2 =  - d x2 .
(71a)

Bei tangentialer Stellung hat also das Gravitationsfeld des
Massenpunktes keinen Einfluß auf die Stablänge.

Es gilt also die Euklidische Geometrie im Gravitations-
felde nicht einmal in erster Näherung, falls man einen und
denselben
Stab unabhängig von seinem Ort und seiner Orien-
tierung als Realisierung derselben Strecke auffassen will.
Allerdings
zeigt ein Blick auf (70a) und (69), daß die zu er-
wartenden Abweichungen viel zu gering sind, um sich bei
der
Vermessung der Erdoberfläche bemerkbar machen zu
können
.

Es werde ferner die auf die Zeitkoordinate untersuchte
Ganggeschwindigkeit einer Einheitsuhr untersucht, welche in
einem
statischen Gravitationsfelde ruhend angeordnet ist. Hier
gilt
für eine Uhrperiode

d s = 1;  d x1 =   d x2 =  d x3  =  0 .

Also ist

                 1 =  g44 dx42 ;  d x4 =    V~ 1-- =   V~ -------1--------- =  1 -  g-44----1           g 44       1 +  (g 44 -  1)             2

oder

                 integral  d x4 =  1 + -x--   r-d-t-.             8 p      r
(72)

Die Uhr läuft also langsamer, wenn sie in der Nähe ponde-
rabler Massen aufgestellt ist. Es folgt daraus, daß die Spektral-
linien von der Oberfläche großer Sterne zu uns gelangenden
Lichtes
nach dem roten Spektralende verschoben erscheinen
müssen
.1)

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1) Für das Bestehen eines derartigen Effektes sprechen nach
E
. Freundlich spektrale Beobachtungen an Fixsternen bestimmter
Typen
. Eine endgültige Prüfung dieser Konsequenz steht indes noch aus.