| Einstein, Albert Die Grundlage der allgemeinen Relativitaetstheorie 1916 | ||||||
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der Kausalität in dem betrachteten Falle nicht wirklich, son-
dern nur
scheinbar Genüge leistet, indem sie die bloß fin-
gierte Ursache R1 für das
beobachtbare verschiedene Ver-
halten der Körper S1 und S2 verantwortlich
macht.
Eine befriedigende Antwort auf die oben aufgeworfene
Frage kann nur so
lauten: Das aus S1 und S2 bestehende
physikalische System zeigt für sich allein
keine denkbare Ur-
sache, auf welche das verschiedene Verhalten von S1 und S2
zurückgeführt werden könnte. Die Ursache muß also au
er-
halb dieses Systems
liegen. Man gelangt zu der Auffassung,
daß die allgemeinen Bewegungsgesetze,
welche im speziellen
die Gestalten von S1 und S2 bestimmen, derart sein müssen,
daß das mechanische Verhalten von S1 und S2 ganz wesentlich
durch ferne Massen
mitbedingt werden muß, welche wir nicht zu
dem betrachteten System
gerechnet hatten. Diese fernen Massen
(und ihre Relativbewegungen gegen
die betrachteten Körper)
sind dann als Träger prinzipiell beobachtbarer
Ursachen für
das verschiedene Verhalten unserer betrachteten Körper an-
zusehen; sie übernehmen die Rolle der fingierten Ursache R1.
Von allen
denkbaren, relativ zueinander beliebig bewegten
Räumen R1, R2 usw. darf a
priori keiner als bevorzugt an-
gesehen werden, wenn nicht der dargelegte
erkenntnistheo-
retische Einwand wieder aufleben soll. Die Gesetze der
Physik
müssen so beschaffen sein, da
sie in bezug auf beliebig bewegte
Bezugssysteme gelten. Wir gelangen also auf diesem Wege
zu einer Erweiterung
des Relativitätspostulates.
Außer diesem schwerwiegenden erkenntnistheoretischen
Argument spricht aber
auch eine wohlbekannte physikalische
Tatsache für eine Erweiterung der
Relativitätstheorie. Es
sei K ein Galileisches Bezugssystem, d. h. ein solches,
relativ zu welchem (mindestens in dem betrachteten vier-
dimensionalen Gebiete)
eine von anderen hinlänglich ent-
fernte Masse sich geradlinig und gleichförmig
bewegt. Es
sei K' ein zweites Koordinatensystem, welches relativ zu K
in
gleichförmig beschleunigter Translationsbewegung sei. Relativ
zu K' führte dann
eine von anderen hinreichend getrennte Masse
eine beschleunigte Bewegung aus,
derart, daß deren Beschleuni-
gung und Beschleunigungsrichtung von ihrer
stofflichen Zusam-
mensetzung und ihrem physikalischen Zustande unabhängig
ist.