nach diesem Index summiert (,,Verjüngung“). Man gewinnt
so
z. B. aus dem gemischten Tensor vierten Ranges Aabg d den
gemischten
Tensor zweiten Ranges

  d    a d(    sum     a d) A b = Aa b =     a Aa b

und aus diesem, abermals durch Verjüngung, den Tensor
nullten
Ranges A = Abb = A abab.

Der Beweis dafür, daß das Ergebnis der Verjüngung wirk-
lich Tensorcharakter besitzt, ergibt sich entweder aus der
Tensordarstellung gemäß der Verallgemeinerung von (12) in
Verbindung
mit (6) oder aus der Verallgemeinerung von (13).

Innere und gemischte Multiplikation der Tensoren. Diese
bestehen
in der Kombination der äußeren Multiplikation mit
der
Verjüngung.

Beispiele. -- Aus dem kovarianten Tensor zweiten Ranges
Amn und dem kontravarianten Tensor ersten Ranges Bs bilden
wir
durch äußere Multiplikation den gemischten Tensor

  s          s D mn = Amn B  .

Durch Verjüngung nach den Indizes n, s entsteht der ko-
variante
Vierervektor

Dm =  Dnmn = Amn Bn.

Diesen bezeichnen wir auch als inneres Produkt der Tensoren
Amn und Bs. Analog bildet man aus den Tensoren Amn und
Bst durch äußere Multiplikation und zweimalige Verjüngung
das
innere Produkt Amn Bmn. Durch äußere Produktbildung
und
einmalige Verjüngung erhält man aus Amn und Bst den
gemischten
Tensor zweiten Ranges Dmt = A mn Bnt. Man kann
diese
Operation passend als eine gemischte bezeichnen; denn
sie
ist eine äußere bezüglich der Indizes m und t, eine innere
bezüglich
der Indizes n und s.

Wir beweisen nun einen Satz, der zum Nachweis des
Tensorcharakters oft verwendbar ist. Nach dem soeben Dar-
gelegten ist Amn Bmn ein Skalar, wenn A mn und Bst Tensoren
sind
. Wir behaupten aber auch folgendes. Wenn A mn Bmn für
jede
Wahl des Tensors Bmn eine Invariante ist, so hat A mn Tensor-
charakter.

Beweis. -- Es ist nach Voraussetzung für eine beliebige
Substitution

    ' st'         mn Ast B    =  Amn B   .

Nach der Umkehrung von (9) ist aber

  mn   @-xm-@-xn-  st' B   =  @ xs'@ xt'B    .

Dies, eingesetzt in obige Gleichung, liefert:

(                      )  Ast '- -@ xm @-xn-Amn   Bst'=  0 .         @ xs' @ xt'

Dies kann bei beliebiger Wahl von Bst' nur dann erfüllt
sein
, wenn die Klammer verschwindet, woraus mit Rück-
sicht auf (11) die Behauptung folgt.

Dieser Satz gilt entsprechend für Tensoren beliebigen
Ranges
und Charakters; der Beweis ist stets analog zu führen.

Der Satz läßt sich ebenso beweisen in der Form: Sind
Bm und Cn beliebige Vektoren, und ist bei jeder Wahl der-
selben das innere Produkt

A   Bm Cn   mn

ein Skalar, so ist Amn ein kovarianter Tensor. Dieser letztere
Satz
gilt auch dann noch, wenn nur die speziellere Aussage
zutrifft
, daß bei beliebiger Wahl des Vierervektors Bm das
skalare
Produkt

Amn Bm Bn

ein Skalar ist, falls man außerdem weiß, daß Amn der Sym-
metriebedingung Amn = Anm genügt. Denn auf dem vorhin
angegebenen Wege beweist man den Tensorcharakter von
(Amn +  Anm) , woraus dann wegen der Symmetrieeigenschaft
der
Tensorcharakter von Amn selbst folgt. Auch dieser Satz
läßt
sich leicht verallgemeinern auf den Fall kovarianter und
kontravarianter Tensoren beliebigen Ranges.

Endlich folgt aus dem Bewiesenen der ebenfalls auf be-
liebige Tensoren zu verallgemeinernde Satz: Wenn die Größen
Amn Bn bei beliebiger Wahl des Vierervektors Bn einen Tensor
ersten
Ranges bilden, so ist A mn ein Tensor zweiten Ranges.
Ist
nämlich Cm ein beliebiger Vierervektor, so ist wegen des
Tensorcharakters Amn Bn das innere Produkt A mn Cm Bn bei
beliebiger
Wahl der beiden Vierervektoren Cm und Bn ein
Skalar
, woraus die Behauptung folgt.

§ 8. Einiges über den Fundamentaltensor der gmn.

Der kovariante Fundamentaltensor. In dem invarianten
Ausdruck
des Quadrates des Linienelementes

ds2 = g mn d xmd xn

spielt d xm die Rolle eines beliebig wählbaren kontravarianten
Vektors
. Da ferner gmn = gnm, so folgt nach den Betrachtungen
des
letzten Paragraphen hieraus, daß gmn ein kovarianter Tensor
zweiten
Ranges ist. Wir nennen ihn ,,Fundamentaltensor“.
Im folgenden leiten wir einige Eigenschaften dieses Tensors
ab
, die zwar jedem Tensor zweiten Ranges eigen sind; aber
die
besondere Rolle des Fundamentaltensors in unserer Theorie,
welche
in der Besonderheit der Gravitationswirkungen ihren
physikalischen
Grund hat, bringt es mit sich, daß die zu ent-
wickelnden Relationen nur bei dem Fundamentaltensor für
uns
von Bedeutung sind.

Der kontravariante Fundamentaltensor. Bildet man in dem
Determinantenschema der gmn zu jedem gmn die Unterdetermi-
nante und dividiert diese durch die Determinante g = |g mn| der
gmn, so erhält man gewisse Größen gmn(= gn m), von denen wir
beweisen
wollen, daß sie einen kontravarianten Tensor bilden.

Nach einem bekannten Determinantensatze ist

gm s gns = dmn,
(16)

wobei das Zeichen dmn 1 oder 0 bedeutet, je nachdem m = n
oder
mn ist. Statt des obigen Ausdruckes für d s2 können
wir
auch

g ms dns d xm d xn,

oder nach (16) auch

gms gnt gsn d xm d xn

schreiben. Nun bilden aber nach den Multiplikationsregeln
des
vorigen Paragraphen die Größen

d qs = g ms d xm

einen kovarianten Vierervektor, und zwar (wegen der will-
kürlichen Wählbarkeit der d xm) einen beliebig wählbaren
Vierervektor. Indem wir ihn in unseren Ausdruck einführen,
erhalten
wir

d s2 = gst d qs d qt.

Da dies bei beliebiger Wahl des Vektors d qs ein Skalar
ist
und gst nach seiner Definition in den Indizes s und t sym-
metrisch
ist, folgt aus den Ergebnissen des vorigen Para-
graphen, daß gst ein kontravarianter Tensor ist. Aus (16)
folgt
noch, daß auch dmn ein Tensor ist, den wir den gemischten
Fundamentaltensor nennen können.