| Einstein, Albert Die Grundlage der allgemeinen Relativitaetstheorie 1916 | ||||||
|
||||||
haben wir zu überlegen, wie derartige allgemein kovariante
Gleichungen gewonnen
werden können. Dieser rein mathe-
matischen Aufgabe wenden wir uns jetzt
zu; es wird sich
dabei zeigen, daß bei deren Lösung die in Gleichung (3)
an-
gegebene Invariante ds eine fundamentale Rolle spielt, welche
wir in
Anlehnung an die Gausssche Flächentheorie als ,,Linien-
element“ bezeichnet
haben.
Der Grundgedanke dieser allgemeinen Kovariantentheorie
ist folgender. Es
seien gewisse Dinge (,,Tensoren“) mit Bezug
auf jedes Koordinatensystem
definiert durch eine Anzahl
Raumfunktionen, welche die ,,Komponenten“ des
Tensors
genannt werden. Es gibt dann gewisse Regeln, nach welchen
diese
Komponenten für ein neues Koordinatensystem be-
rechnet werden, wenn sie für
das ursprüngliche System be-
kannt sind, und wenn die beide Systeme
verknüpfende Trans-
formation bekannt ist. Die nachher als Tensoren
bezeichneten
Dinge sind ferner dadurch gekennzeichnet, daß die Trans-
formationsgleichungen für ihre Komponenten linear und homo-
gen sind. Demnach
verschwinden sämtliche Komponenten im
neuen System, wenn sie im
ursprünglichen System sämtlich
verschwinden. Wird also ein Naturgesetz
durch das Null-
setzen aller Komponenten eines Tensors formuliert, so ist
es
allgemein kovariant; indem wir die Bildungsgesetze der Ten-
soren
untersuchen, erlangen wir die Mittel zur Aufstellung all-
gemein kovarianter
Gesetze.
§ 5. Kontravarianter und kovarianter Vierervektor.
Kontravarianter Vierervektor. Das Linienelement ist defi-
niert durch
die vier ,,Komponenten“ dx
, deren Trans-
formationsgesetz durch die
Gleichung
|
(5) |
ausgedrückt wird. Die dx
' drücken sich linear und homogen
durch die dx
aus;
wir können diese Koordinatendifferentiale
dx
daher als die Komponenten eines
,,Tensors“ ansehen, den
wir speziell als kontravarianten Vierervektor bezeichnen.
Jedes
Ding, was bezüglich des Koordinatensystems durch vier
Größen A
definiert
ist, die sich nach demselben Gesetz
|
(5a) |